Schießwesen - Vortrag "Ab- und Rückprallverhalten von Jagdmunition"

vom 19.09.2024 von Schießobmann Jürgen Doppstädt

Erstellt am

Seit dem 01.01.2016 schreibt das JWMG die Verwendung bleifreier Kugelmunition bei der Bejagung von Schalenwild in allen Revieren Baden-Württembergs vor. 

Jedoch verhält sich bleifreie Munition in seiner Außen- bzw. Zielbalistik, inklusive anderer Gefahrenbereiche, anderer Massen und Energien, welche freigesetzt werden anders. 

Dieser Aspekt sollte im heutigen Vortrag unseres Schießobmanns zum Thema gemacht werden. Die Veranstaltung war mit 40 interessierten Gästen gut besucht. 

Aufgrund der o.g. gesetzlichen Vorgabe, wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Studie in Auftrag gegeben, welche von der DEVA in Form von Versuchsreihen über einen langen Zeitraum durchgeführt wurde, um repräsentative Aussagen zum Abprallverhalten bleifreier Munition treffen zu können.

Hierbei handelt es sich um die einzige Studie, welche so präzise abgleicht und reproduzierbare Ergebnisse aufzeigt. 

Es wurden Geschosse unterschiedlicher Bauart auf unterschiedlichen Medien, wie harter Boden, weicher Boden, Waldboden und Stein auf ihr Gefährdungspotenzial im Abprallverhalten geprüft. 

Einzelne Ergebnisse wurden an diesem Abend vorgestellt und hinterließen wohl bei so manchem Besucher des Vortrags einen bleibenden Eindruck, denn sicher nur wenige konnten sich vorstellen, dass ein Abprallen von bleifreier Munition aus weichem Waldboden zu einem steilen Abprallwinkel führen kann.

Wichtig an diesem Abend war nicht die wissenschaftlichen Details zu wissen, sondern das grundsätzliche Risiko und dessen Ursachen, insbesondere bei Fehlschüssen, besser einschätzen zu können umso geeignete Maßnahmen und Strategien zur Risikovermeidung im eigenen Revier entwickeln zu können.

Diese sehr interessante und umfangreiche Studie können Sie unter folgendem Link nachlesen: www.deva-institut.de/aktuelles/forschungsvorhaben

Fazit:

Bleifreie Geschosse erhalten beim Abprallen ihre Masse und ihre Energie signifikant besser als bleihaltige Geschosse und Flugweiten von 1000-2000m können durchaus realistisch sein.

Im Anschluss des Vortrages ein Anliegen in eigener Sache, denn unser Obmann für Schießwesen war einmal Soldat und ist heute Mitglied im Bundeswehrsozialwerk. Dieser Verein kümmert sich um Bundeswehrfamilien, Familien von Soldaten, welche während eines Einsatzes Traumata erlitten haben, Ferienprojekte werden unterstützt und vieles mehr.  Natürlich war es für alle Anwesenden selbstverständlich den guten Zweck mit einer Spende zu unterstützen. 

Noch am gleichen Abend wurde das Spendengeld in Höhe von 150€ an Torsten Schäufele, Kasernenkommandant und Vertreter des Bundessozialwerkes, übergeben. 

Anschließend ging es noch mit den Teilnehmern auf den historischen Kasernenturm, von welchem man einen wunderbaren Ausblick bei Nacht über Ellwangen und Umgebung genießen konnten.

Am Ende trafen sich alle im Casino zu einem guten Gespräch und fachlichem Austausch.

Ein Dankeschön an die Bundeswehr in Ellwangen, die uns den Olga-Saal als Vortragsraum zur Verfügung gestellt hat.